Welches Schloss benötige ich für mein e-Bike? 2/4

Kapitel 2 - Dieb-Typisierung


Wer ist es eigentlich der Fahrräder klaut?

Vor welcher Art "Dieben" müssen wir unsere eBIKEs schützen?


Man sollte ihnen zwar nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken, aber immerhin sind sie in den vergangenen Jahren in Deutschland für ca. 300.000 "gemeldete Fahrrad-Diebstähle" verantwortlich. Tendenz steigend und die Dunkelziffer ist nicht bekannt!


In der Militärstrategie gibt es den Grundsatz, seinen Gegner kennen und einschätzen zu können, damit man die "richtigen Waffen" einzusetzen versteht.


Sicherlich reden wir hier nicht gleich von einem Krieg gegen Diebe, aber zu wissen wer sie sind, wie und wo sie aktiv sind kann bei der Wahl des angemessenen Diebstahlschutzen kein Fehler sein.


Der Gelegenheitsdieb


wie es der Name schon sagt, nutzt er die Unaufmerksam- und Nachlässigkeit des Eigentümers.

Er überwindet keinen oder nur bedingten Diebstahlschutz. Er führt kein (grosses) Werkzeug mit, kann ein Bike aber verstecken oder wegtransportieren. Er geht nur ein geringes bis mittleres Risiko ein, hat in der Diebstahlstatistik aber einen sehr grossen bis den grössten Anteil. Inkognito ertappt wird er das Weite suchen. Gelingt ihm der Diebstahl, möchte er das Bike mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst nutzen oder in sein unmittelbares Netzwerk abgeben. Zu oft sind es jedoch die Bikes, die man z. B. in Flüssen oder beschädigt im Gebüsch wiederfindet.

Eine Wiederbeschaffung dieses Diebesgut ist dennoch am höchsten.


Gelegenheitsdiebe machen einen gewissen Prozentsatz der Gesellschaft aus und es gibt sie schlicht überall. Je mehr Menschen, desto mehr dieser Langfinger sind unter ihnen.


Der Kleinkriminelle


nimmt alles was nicht "Niet und Nagelfest" ist und versucht es zu Geld zu machen.

Er lernt Bike-Hotspots oder Abstellorte kennen und entwickelt Methoden Sicherheitssysteme auszuschalten und z. B. Schlösser in Sekundenschnelle zu knacken.

Geht er auf Raubzug, führt er das passende Werkzeug - für oftmals zuvor erkundetes Diebesgutes oder Hotspots - mit. Hat er das Bike entwendet und zu einer "sicheren Stelle" verbracht, ist er durchaus in der Lage weitere Schutzsysteme (stiller Alarm, GPS) auszuschalten. Das Diebesgut wird häufig eingelagert und den organisierten Banden angeboten. Er ist sich seiner Sache recht sicher, ist "abgewichst" und geht ein mittleres bis hohes Risiko ein. Wird er inkognito ertappt, liegt zwar eine gewisse Gewaltbereitschaft vor, die aber wahrscheinlich vom Fluchtverhalten übertroffen wird.

Wird ein sein Lagerort durch die Ermittlungsbehörden / Polizei entdeckt, ist auch die Wiederbeschaffung möglich.


Ähnlich wie oben, sind Kleinkriminelle allgegenwärtig und omnipräsent. Vielleicht lässt sich behaupten sie in Städten und Ballungsgebieten häufiger anzutreffen.


Die organisierte Kriminalität


Diebstahl auf Bestellung, denn der Abnehmer steht vorher schon fest und nicht selten werden auch gezielt spezielle Ausstattungsmerkmale oder Premium-Marken geklaut.


TIPP-Geber und Informanten halten ähnlich wie Kleinkriminelle "Ausschau" und berichten oder verkaufen zuvor gestohlene Bikes an diese Strukturen. Ist es erst einmal dort angekommen, wird es entweder "entkernt" oder direkt in`s Ausland verbracht. Werden diese Banden selbst aktiv, räumen sie bei der passenden Gelegenheit und mithilfe des richtigen Werkzeuges ganze Fahrradparkplätze ab und lassen sie über Logistiknetzwerke sofort verschwinden. Sie gehen bis zum höchsten Risiko. Werden sie ertappt scheuen sie keine Gewalt. In der Statistik ein eher geringerer Anteil. Betrifft es dein Bike ist es aber vermutlich auf nimmer Wiedersehen verloren.


Für diese Diebes-Banden muss sich der Aufwand rentieren. Schnell, viel, hochwertig! Sie organisieren sich an Hot-Spots und in Ballungsgebieten.

Wenn nicht das grosse Geschäft winkt, sind sie in Randgebieten, Kleinstädten und ländlichen Regionen eher nicht anzutreffen.



Eines haben aber alle Diebe gemeinsam


Sie wollen Erfolg, scheuen die öffentliche Aufmerksamkeit, wollen unerkannt und unertappt bleiben.


​Ist das eBIKE aber erst einmal gestohlen und weg, wird es schwierig es unbeschadet (auch mit z. B. GPS) zurück zu erhalten.


Um genau dies zu verhindern, muss man Dieben also den Spass und die Aussicht auf den Erfolg nehmen, sowie versuchen die Öffentlichkeit an ihrem Vorhaben teilhaben zu lassen.


Das schafft man am ehesten durch einen Mix bzw. eine Kombination der Diebstahl-Schutz-Systeme und der klugen Wahl der Abstellorte!




Ende Kapitel 2 - hier geht es zu Kapitel 3 - Kategorisierung der Diebstahlschutz-Systeme / Schlösser